Aus der Hitze

Deutsches Gedicht:

Erst muss es billig sein,

dann kommen die Ansprüche.

 

Als wäre bei den Jungen die Ironie zurück:

Einer, den man früher Schluffi nannte, mit Steve-McQueen-T-Shirt; ein anderer, auch mehr ab- als aufgerichtet, mit Sylvester Stallone auf der Brust. Was wollen sie mit dem zweiten Gesicht unter dem ihren? Den Vergleich? Die Spannung herstellen, die ihnen fehlt? Mögen die Vorbilder ihren Trägern schöne Grüße ausrichten.

 

Der Unterschied zwischen Style und Stil:

Wie der zwischen natürlichem Gott und übernatürlichem –

der eine breitet sich aus, der andere nimmt sich zurück.

 

Das Wachstum des Menschen:

Schlägt ins Schrumpfen um. Klein, wer ausgewachsen ist und noch größer werden muss.

 

Im Gegenteil, Renate:

Niemand zeigt sein Alter deutlicher, als wenn er Jugendsprache spricht.

 

Warum schreit hier eigentlich keiner:

„Wer ein schlechtes Gewissen hat, ist noch nicht selbstgerecht genug!“

 

Verdichtete Anzeichen:

Die Ewig-Politischen und Ewig-Dialektischen werden sterben wie die fetten Zahnarztrentner.

 

Ja, Renate:

Auch die Kraftausdrücke.

 

Á propos:

Ein Erwachsener wurde gesichtet: Freundliche Augen, die Bewegungen natürlich, kommt mit Leuten ungezwungen ins Gespräch, sorgt dafür, dass andere sich wohlfühlen; ach ja, und den Anzug merkte man ihm nicht an.

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