Ringbahn im Uhrzeigersinn innen

Schnee-Innereien liegen auf den Straßen bei strahlschönem Sperrmüllwetter. Die Pappeln bürsten, die Busse sind verkohlt, graubraunes Gehwegeis macht flutschen. Schollen treiben auf asphaltschwarzem dampfendem Fluss, eine Reklametafel steht entkräftet neben dem Tautropfenlöcherbaum. Die Stadt ist heute Hinterhof, durchwabert vom Zauber aus Schneemetall und Nebel. Zugefroren der Schwarzweißland-Wehrkanal. Wie Schweineborsten staken in der Schneehaut die Baulückenhalme und ein Haselvierundzwanzigender. Die Wörter des Tages lauten Platte, Pylon, Poller. Und dann folgt auf Lärmschutzwandbeton schon das Feld – weiße Bodenfläche, andersweiße Himmelsfläche, Schemen tapferer Container, die Birkenwedel willenlos im Wind – zum Heulen. Die Weite nieder reißen wieder die Betonstreifen, halten an Laterne Laterne Laterne Laterne, und jede hat ihre Sekretärstraurigkeit. Weiter geht’s zu dieser kaum aushaltbaren Schönheit der Bänke mit Eimer daneben immer. Torkelnder Baum! zwischen Hinterhausflügeln, tanzt Du? Auf einer Ziegeldachschräge ein katzengetapptes X als Landeplatz für wen? Autobahn, du abschüssiger Schuft, verkriechst dich im Tunnelschlund. Endlich kommen die Böschungen zu ihrem Recht. Der Aufbruch liegt im Ungeformten. Eisentore, versperrt mit kalter Kette, nehmen in bester Absicht gewählte Wege entgegen. Zugeschneiter Kinderwagen, du Helm des Perseus! Palettenstöße treffen Leitplanken, Wipfel schießen aus Korniferengärten wie die Himmelskitzler, S-Bahn-Ufer-Nebel ist anders als die andern. Kurz vor Schließung des Rings tuschen die Lagerhallenverblendungen, die Schlote tun vornehm wie immer, der Gerüstbau floriert, Güterwaggons stehen in vollem Rost, wild hingepinselte Straßenbrücken drängen Entscheidungen auf, der Bunkerberg bittet um Nachsicht. Beim nächsten Mal gerne noch mehr Waschbeton.

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