Nachmittag im Freien

Es gibt Augenblicke der Muße, die eignen sich besser zum Schreiben als der in Gras und Halbschatten verbrachte Nachmittag mit leichtem Wind zwischen den Birken und Vogelgezwitscher. Auch das Lesen fällt schwer, so wie im Fernzug, wenn der Blick durch die getönten Scheiben zu den Landschaften geht. Ich kann nicht sagen, ob es die Fülle der Eindrücke ist, die den Geist hindert, oder sein Wissen, dort, wo er nicht muss, sich auch einmal zurückziehen zu können. Wie eine Katze am Fensterbrett scheint etwas aus mir zu blicken, zufrieden damit, sich bewegende Äste zu sehen und die sich mitbewegenden Schatten oder – schon fast zu viel – einen Hund.

Hochquellend die Gedanken dagegen in den Lücken des Nützlichen, der Bahnverspätung, dem Stromausfall, auch den kurzfristigen Absagen von Freunden. Als trete man in einen anderen Raum, immer schon neben oder hinter dem sonst durchzielten und durchmessenen – eine Nische, die in Wirklichkeit eine Weite ist, in der das Denken plötzlich leicht wird, fast ohne ein Zutun, als würde es sich selbst denken.

Man könnte Entspannung des Geistes sagen.

Aber es ist eine abruptere, unvermitteltere als die Entspannung an dem von Erwartung freien, in Gras und Halbschatten verbrachten Nachmittag mit leichtem Wind zwischen den Birken und Vogelgezwitscher, an dem ich – trotz allem und statt eines anderen – nun diesen Text geschrieben habe.

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