Vermischtes

Ich möchte gerne morgens vor mir aufstehen, dann könnte ich ein paar Stunden von mir unbehelligt meine Arbeit tun, und den Rest des Tages würde ich mich zum Spazieren ausführen, mich unterhalten, mich füttern usw.

Frühjahrszeit ist Kopfschmerzzeit. Die Dinge passen nicht zusammen: Das Sonnenlicht und die Kälte, das aufbrechende Leben und die eingerosteten Glieder mit ihrem Schlafbedürfnis.

Wer sich zurücknimmt, duckt und klein macht, denkt vielleicht, er tut den anderen einen Gefallen, indem er sie erhöht. In Wahrheit erniedrigt er die anderen mit: Es ist ein Zeichen des Respekts, mit erhobenem Kopf durch die Straßen zu gehen.

Manche Menschen scheinen konstitutionell ein sehr geringes Angstempfinden zu haben – dieser Gedanke kommt mir bei zwei ganz unterschiedlichen Frauen: Annalena Baerbock, die ohne Regierungserfahrung Kanzlerin werden will und als Lieblingsautor „Astrid Lindgren“ angibt. Und ein Mädchen aus einer Dokumentation über Heroinsüchtige. Das Mädchen kommt aus bürgerlichen Verhältnissen, hat, wie ihre Mutter berichtet, als Kind schon ohne Scheu Fremde angesprochen und ist nach einer Lektüre von Christiane F.‘s Biographie einfach an den Bahnhof zu den Junkies gefahren.

Das Mitgefühl, das ich mit Menschen empfinde, die weit weg leben und deren Leid mir die Medien vermitteln, hat oft etwas Künstliches, etwas zu Bewusstes. Was aber, wenn man entdeckt, dass es sich bei den Verwandten nicht anders verhält?

Wo ist eigentlich das Zentrum der Pflanze? Im Keim? Die einzelnen Stängel und Blätter sind nicht wie bei uns spezifische Organe mit bestimmter Funktion, sondern variierte Kopien voneinander, so, wie wenn wir aus lauter unterschiedlich langen und geformten Armen bestehen würden, bei denen es nicht so schlimm ist, wenn man einen abhackt, weil ja ein anderer nachwachsen wird.

Der Irrtum, dass sich die eigene Produktivität maßlos steigern würde, wenn man nur die äußeren Widerstände herabsetzt. Zum Beispiel die Vorstellung, dass Schreiben ganz einfach wird, wenn erst ein bequemer Sessel in einer warmen Küche vorhanden ist und ein Smartphone, auf dem man jederzeit Notizen machen kann. Stattdessen: Das Sitzen im Sessel macht müde und das Smartphone verringert das Gefühl der Dringlichkeit drastisch. Es gibt Menschen, die verbringen ein Leben mit dem Versuch, beste Voraussetzungen für etwas schaffen, das sie nie angehen.

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